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binoviewer  - Praxistipps für Amateurastronomen

Teleskopvergleich am Planeten Saturn

Vor allem für den Einsteiger, der vor einer Kaufentscheidung steht, ist es sehr interessant zu wissen, was er von einem Instrument bestimmter Größe und Qualität erwarten kann. Mithilfe des Programmes ABBERATOR kann man vorrausberechnen, wieviel ein bestimmtes Instrument leistet. Die folgenden kommentierten Bilder führen vor allem eines vor Augen: die Qualität entscheidet oft über Sehen oder nicht Sehen. Und das nicht nur innerhalb einer Instrumentengröße. Ein kleines Instrument von ausgezeichneter Qualität zeigt oft mehr als ein doppelt (doppelte Öffnung) so großes. Ein Faktum dessen sich vor allem Anfänger klar sein sollten.

Qualitativ hochwertige Einsteigerteleskope sind nicht unbezahlbar und das darin investierte Geld ist gut angelegt, denkt man auch an den Wiederverkaufswert, sollte man doch nicht bei der Astronomie bleiben. Ein Billigfernrohr kann man dann höchstens noch für'n Appel und'n Ei verschenken. Und wirlicher Beobachtungsspaß dürfte bei weichen und matschigen Bildern wohl auch kaum aufkommen.

Die folgenden Bilder sollten aus 50cm Abstand (bei 1024X768, 17"Monitor) betrachtet werden (strenggenommen sogar einäugig), ein nicht ganz perfektes Seeing (Luftunruhe) etwa der Güte 2 ist mit eingerechnet, um einen realistischen Eindruck zu vermitteln.

V=40fach

60/700mm Kaufhausteleskop sehr geringer Qualität:

Dieses Bild zeigt Saturn bei V(Vergrößerung)=35x in einem 60mm Kaufhaus-Refraktor von wirklich minderer Qualität. Die Vergrößerung reicht gerade aus, um die Saturnringe erkennen zu lassen. Die mindere Qualität wirkt sich bei dieser geringen Vergrößerung noch nicht so dramtisch aus.

V=100fach

Im Kaufhaus-Refraktor bei V=60x sind die Ringe deutlich von der Saturnkugel abgehoben. Es macht sich aber bereist eine deutliche Unschärfe durch die schlechte Optik bemerkbar. Durch billige Okulare, wie sie bei solchen Geräten mit dabei sind, wird der Kontrast noch zusätzlich verringert!

V=150fach

Eine Steigerung auf V=120fach bringt praktisch nichts. Das Bild wird zwar größer, aber verliert weiter an Schärfe und Kontrast. Andeutungsweise ist das helle Äquatorband erkennbar. Die Cassiniteilung kann leider nicht gesehen werden.

V=175x

Mithilfe des mitgelieferten SR4mm-Okulares erreicht man eine Vergrößerung von 175x. Von einer sinnvollen Vergrößerung kann hier keine Rede mehr sein!

V=140fach

60/910mm Refraktor, gute optische Qualität:

Durch die höhere Qualität dieses Refraktors und die größere Farbreinheit aufgrund der längeren Brennweite ist bereits bei V=60x Saturn deutlich schärfer als im billigen Kaufhausrefraktor.

V=180fach

Bei V=120x ist hier das Bild immer noch scharf und vom Kontrast her gut. Die Cassiniteilung kann bei ruhiger Atmosphäre erkannt werden. Auch die Bänderung kommt deutlich zum Vorschein. Mit diesem Gerät macht beobachten Spaß!

V=180fach

63mm/f=840mm Zeiss Telementor, ausgezeichnete Optik

Auch bei V=130x verliert die Abbildung nicht an Qualität. Die Cassiniteilung ist problemlos über weite Bereiche zu erkennen. Die Abbildung ist noch besser als im Vixen.. Man vergegenwärtige sich vor allem den Unterschied zum billigen Kaufhausteleskop! Diese Qualität hat aber auch ihren Preis.

 

Dieses Beispiel zeigt deutlich, das selbst der Einsteiger sich sehr gut überlegen sollte, zu welchem Gerät er greift. Natürlich ist alles auch eine Frage des Geldes. Von diesem Standpunkt her würde ich den Zeiss Telementor auch sicher nicht mehr als Anfängergerät bezeichnen, aber hier dient er als Beispiel von absolut überzeugender Qualität. Ein sehr guter Kompromiss ist der Vixen Refraktor. Hier stimmt sowohl die Leistung wie auch der Preis. Mit diesem durchaus erschwinglichen Gerät, wird man viele schöne Sternstunden erleben können und steigt man später einmal auf ein größeres Teleskop um, so hat man immer noch ein perfektes Leitfernrohr, das auch am Gebrauchtmarkt noch einen guten Wert hat.

Das in diesem Beispiel gezeigte Kaufhausteleskop hat hier eine besonders schlechte Qualität. Man spricht dann von einer sogenannten "Gurke". Es gibt unter diesen Billiggeräten aber auch etliche, die in etwa die optische Qualität eines Vixen erreichen. Das Problem ist die Qualitätsstreuung! Man weiß eben nicht was man bekommt. Selbst nach einer ersten Beobachtung am Himmel ist es für den Einsteiger nicht leicht zu beurteilen, ob er ein gutes oder ein schlechtes Teil erwischt hat. Hier kann der Rat eines erfahrenen Sternfreundes helfen, oder man entscheidet sich gleich für ein Produkt höherer Quallität.

Links:

Teleskopvergleich an Deesky-Objekten
Teleskopvergleich am Planeten Jupiter
Die Einsteigerecke v. Sven Wienstein
Objekte im 114mm Newton
Teleskope - Einsteigerseite von Teleskop-Service
Welches Teleskop - von Intercon Spacetec

Tips zur Jupiterbeobachtung
Relevante Faktoren bei der Planetenbeobachtung
Opitk - FAQ (.pdf), von Georg Dittie
Aberrator-Software

 

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