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binoviewer  - Praxistipps für Amateurastronomen

Celestron 8 Optimierungen, ein Bericht von Wolfgang Höhle - Seite 1

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Was wollte ich alles verändern?

Dazu sah ich folgende Lösungsmöglichkeiten:

Und dann ging es los!

Zunächst wurden der Sekundärspiegel, die Schmidtplatte und der Hauptspiegel ausgebaut und dann möglichst staubdicht im Küchenschrank verstaut ( Abb.1). Natürlich wurden der Sitz der Schmidtplatte bzw. die Einbaulage genau markiert. Bei meinem C8 war nur 1 Korkplättchen eingebaut!

Abb.1
Abb.1

Dann erfolgte die komplette Demontage der Tubuskomponenten. Die Löcher für die beiden Lüfter in der Hauptspiegelzelle habe ich mittels Lochkreissäge auf einer Ständerbohrmaschine eingebracht. Zuerst wollte ich fräsen, aber durch das lange Blendrohr, was ich nicht demontieren wollte, war mir das Aufspannen auf der Fräsmaschine zu aufwendig. Zu zweit waren die Löcher schnell gebohrt. Die Hauptspiegelzelle habe ich zum Schutz mit schwarzem Klebeband abgeklebt.

Leider ist die Spiegelzelle bei Celestron nur mit lappiger Farbe gestrichen worden. Beim späteren Abziehen der Klebestreifen löste sich an einigen Punkten die Farbe mit ab! Enttäuschend schlechte Verarbeitung.

Hier sieht man die beiden Löcher für die Lüfter, zwei Löcher für Potentiometer und Cinchbuchse sowie die Aufnahme für den Fokussiertrieb (Abb.2)


Abb.2

Dann kamen die Löcher zum Luftaustritt dran. Insgesamt habe ich 20 Löcher mit je 4 mm Durchmesser gebohrt. Hier sieht man auch, wie stark die Originalfarbe im Tubus reflektiert! (Abb.3)

Abb.3
Abb.3

Für das Auskleiden des  Haupttubus habe ich einen Innentubus aus feiner Pappe gebastelt und in den dann das Velour eingeklebt. Der Papptubus paßt exakt und wird nach dem Zusammenbau durch die 4 Schrauben, welche die Hauptspiegelzelle mit dem Tubus verbinden, gehalten.

Analog habe ich Auskleidung des Blendrohres geplant und auch das Teil, was nach Einbau des Spiegels außen auf  das vordere Blendrohr geschoben wird.

Für das kurze Blendrohr an der Schmidtplatte habe ich allerdings Farbe genommen, da das Teil konisch ist und

sich der Papptubus nicht so einfach herstellen ließ.

Übrigens: Ich habe neben Schultafelfarbe auch schwarze Abtönfarbe vorher getestet. Und diese Abtönfarbe stumpfmatt hat mich mehr überzeugt. Für meine Begriffe hat sie auch eine bessere Haftung. Aber das ist sicher Ansichtssache.

Hier sieht man den halb eingeschobenen Innentubus sowie die beiden kleinen, mit Velour beklebten Röhrchen für das Blendrohr. Allerdings werden die Velourteile erst ganz zum Schluß eingebaut. Sie müssen außerdem noch vor dem Einbau mehrfach mit einer Fusselrolle bearbeitet werden! (Abb.4)

Abb.4
Abb.4

Die beiden Lüfter sind von Conrad-Electronic und haben 40 mm Duchmesser. Sie laufen mit 12 Volt.

Die Lüfter blasen also die Luft in den Tubus hinein. Um  den Staub und anderen Dreck fernzuhalten habe ich beide Löcher mit einer feinen Gaze aus Edelstahl versehen.

Beide Lüfter habe ich zusammengeschaltet. Die Drehzahl läßt sich über ein Potentiometer, 100 Ohm, linear recht schön variieren.

Die Kabel habe ich bewußt länger gelassen, um die Lüfter bei Bedarf mal abschrauben zu können und die Gaze zu reinigen!

Abb.5
Abb.5

Und so sieht die Hauptspiegelzelle  von außen/hinten aus (Abb.6).

Abb.6
Abb.6

Nun kam die Isolierung an die Reihe. Die Heizkörpertapete gibt es im Baumarkt. Aber da die Aluminiumfolie mir rein optisch nicht gefällt und außerdem nur auf einer Seite aufgebracht ist, habe ich mir was anderes übelegt. Ich habe mir noch eine goldfarbene Rettungsdecke gekauft und die Isolierteile zusätzlich umwickelt. Die Rettungssdecke hat ja den gleichen Effekt wie  das Aluminium und außerdem gibt das noch einen zusätzlichen Schutz für die Heizkörpertapete.

Die Isolierung wollte ich mit doppelseitigem Klebeband befestigen, aber den Tubus nicht zu sehr versauen. Also kam wieder der Trick mit dem Schutzrohr diesmal außen zum Einsatz, sodaß ich die gesamte Isolierung wieder abmachen kann, ohne  den Tubus zu beschädigen. Die Naht habe ich unter die Prismenleiste gelegt, sodaß alles recht ordentlich aussieht. Durch die Prismenleiste gibt es auch noch einen zusätzlichen Halt für die Isolierung.

Also hier werden die Isolierteile vorbereitet (Abb.7)

Abb.7
Abb.7

Und  so mit Rettungsdecke umwickelt (Abb.8)

Abb.8
Abb.8

Das geht mit doppelseitigem Klebeband recht gut (Abb.9)

Abb.9
Abb.9

Der Tubus mit dem Schutz außen, doppeltem Klebeband und der Isolierung kurz vor dem Zusammenbau (Abb.10). Man muß beim Aufkleben recht genau arbeiten, da das Klebeband sehr gut klebt und Korrekturen nach dem Ankleben fast nicht möglich sind!

Abb.10
Abb.10

Jetzt ist es fast geschafft!

Nur noch die Halterung der Schmidtplatte mit Isolierfolie bekleben. Auf dem Bild (Abb.11) sieht man gut die beiden Griffe, die das Handling wesentlich erleichtern. Die standardmäßige Prismenleiste habe ich ersetzt durch die Baader-Universalleiste. Einmal unten und einmal oben. Oben deshalb, um für den Handgriff eine gute Basis zu haben. Die Sucherhalterung muß auch noch angebaut werden.

Abb.11
Abb.11

Jetzt ist die Isolierung fertig. Der Velours-Innentubus ist nach gründlicher Reinigung mit der Fusselrolle eingebaut. Man sieht auch die Markierungen auf der Schmidtplattenhalterung, um die Schmidtplatte wieder richtig einbauen zu können (Abb.12).

Vergleicht man mit dem Bild (Abb.3) vom Tubus weiter oben sieht man, daß die Reflektionen spürbar weniger sind.

Abb.12
Abb.12

Hier mal ein ein Bild vom Entfusseln mit Fusselroller.

Abb.13
Abb.13

Erstaunlich, wieviel selbst nach  wiederholtem Abrollern des Velour noch haften bleibt!

Abb.14
Abb.14

 

 

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